DAS SEESTÄDTER

WIENS CO-KREATIVE NACHBARSCHAFT
Jedes der 11 Häuser entwickelt aufgrund seiner städtebaulichen und seiner speziellen Lage am Hof einen eigenen Charakter. Dazu trägt nicht zuletzt die besondere Durchbildung der Hardware bei: variierende Haustiefen, unterschiedliche Zuschnitte und Raumhöhen der Hochpunkte, spezifische Schachtführungen und „Fassadenkleider“. Gemeinsam ist allen Häusern ein grundsätzlich offenes statisches System, das im Dialog mit der intelligenten Haustechnik ein hohes Aneignungs- und Anpassungspotenzial besitzt. Darüber hinaus leistet jedes einzelne Haus durch eine entsprechende Ausbildung des 3. Obergeschosses – dem sogenannten „Deckgeschoss“ - seinen Beitrag zur Deckrunde auf dem Sockeldach. Dieser barrierefreie Rundumweg verläuft durchgängig im Freien entlang der Hofkante und wird von teilbegrünten, quartiersöffentlichen Freiräumen begleitet.

WIMMELBILD DER VISIONEN FÜR DAS SEESTÄDTER

LAGEPLAN

GROSSE LINIEN - FEINES NETZ

ADRESSE AM SEEUFER

SUGGESTIVE VARIABILITÄT
Vom neutralen Rahmen zur differenzierten Offenheit
Als Hausfamilie stehen die 11 Charaktere untereinander in einem engen strukturellen Bezug (städtebauliches Ensemble, komplementäre funktionale und infrastrukturelle Aufgaben bzw. Synergien). Gleichzeitig besitzt jedes Haus eine eigene Identität mit einem spezifischen Angebot. Dieses produktive Spannungsfeld zwischen Charakterisierung und Anpassbarkeit prägt die (infra-)strukturelle Entwicklung und architektonischen Gestaltung des Seestädters:
Charakterstarke, typenspezifische und zugleich offene Räume, die durch das Zusammenspiel von Haustechnik mit typologischer und organisatorischer Intelligenz ein gewisses Spektrum an Anpassungen in künftigen Nutzungs- und Lebenszyklusstadien auf einfache Weise ermöglichen. Dieser gestalterisch und programmatisch resiliente Zugang kann als „suggestive Offenheit“ bezeichnet werden.

DREIDIMENSIONALE BÜHNE FÜR SOFTWARE UND ORGWARE
Intelligente Hardware ermöglicht komplexe Nutzungen
Der co-kreative Planungsablauf des Seestädter kann als interdisziplinäres Prozesslabor bezeichnet werden, das sich an den Meilensteinen der Zeitschiene des Prozesses orientiert und die konkreten Formate für den interdisziplinären, von einem partizipativen Momentum getragenen Arbeitsprozess definiert: Rollen und Beteiligung der Akteur:innen, Schnittstellen (Impulse, Feedbacks), Entscheidungsfindungen und Freigaben (Timing, Festlegen/Offenhalten). Die Agenda des Prozesslabors basiert auf dem Prinzip der situativen Festlegung im Sinne eines praktikablen und auch offenen Arbeitsprozesses. Sie konkretisiert sich Schritt für Schritt im Zuge des Projektfortschritts und muss zu gegebener Zeit vom Kernteam immer wieder aktualisiert werden. Für eine erfolgreiche Projektabwicklung müssen sich sämtliche Projektbeteiligte zu der von der Agenda formulierten Arbeitsweise bekennen.

11 HÄUSER EIN ENSEMBLE
Die flachen Brückenhäuser spannen sich zwischen die höheren Punkthäuser, die alle mit einem Foyer und einem vertikalen Erschließungskern, an den sich die Brückenhäuser anhängen, ausgestattet sind.
Insgesamt entwickelt jedes einzelne Haus durch seine städtebauliche Lage, seine Lage am Hof, sein Raumangebot und sein Aussehen einen jeweils spezifischen Charakter. Die für jedes Punkthaus individuell gestalteten Foyers vermitteln zwischen öffentlichem Raum und Innenhof und stärken deren Identität, was in den jeweils unterschiedlich gestalteten Treppenhäusern weiter gestärkt wird.
Gemeinsam ist allen Häusern eine hohe strukturelle Intelligenz: im ausgefeilten Zusammenspiel von Konstruktion und Haustechnik kann ein hohes Aneignungs- und Anpassungspotenzial erzielt werden, wobei die Haustechnik auf die kleinstmögliche Teilung der Gewerbenutzungen ausgelegt ist. Anpassungen sind folglich auch in der Ausführungsplanung möglich, ohne in strukturelle Grundprinzipien eingreifen zu müssen.
Jedes Haus leistet seinen Beitrag zur Deckrunde, die sich als „gemeinsamer Nenner“ durch alle Häuser zieht. Sie befindet sich auf den Dächern der Brückenhäuser und ist von allen Erschließungskernen der Punkthäuser direkt zugänglich.

11 HÄUSER EIN ENSEMBLE

Erdgeschoss
Struktur
FRP: Lindle+Bukor

Erdgeschoss
Bespielt
FRP: Lindle+Bukor

1. Obergeschoss
Struktur

1. Obergeschoss
Bespielt

3. Obergeschoss
Struktur
FRP: Lindle+Bukor

3. Obergeschoss
Bespielt
FRP: Lindle+Bukor

4. Obergeschoss
Struktur

4. Obergeschoss
Bespielt

süd fassaden
Zaha-Hadid-Platz - Barbara-Prammer-Allee

ost fassaden
Sabine-Oberhauser-Straße

Nord fassaden
Ilse-Buck-Straße

west fassaden
Seegasse

Blick in den Hof
DI Patricia Bagienski - Grandits
www.patbag.at

Blick von der Deckrunde in den Hof
DI Patricia Bagienski - Grandits
www.patbag.at

Blick Richtung Haus am Campus
DI Patricia Bagienski - Grandits
www.patbag.at

Blick Richtung Haus am See
DI Patricia Bagienski - Grandits
www.patbag.at

Deckrunde als Bindeglied der 11 Häuser
Dieser barrierefreie Rundumweg verläuft durchgängig im Freien entlang der Hofkante und wird von teilbegrünten, quartiersöffentlichen Freiräumen begleitet.

HAUS AM SEE
Das weithin sichtbare Haus am See steht mit einer signifikanten Front stattlich am Seeufer. Dementsprechend wertig tritt es mit seinem lebendigen Fassadenkleid, der 8 Meter hohen Arkade und seinem prismatischen Zuschnitt am Zaha-Hadid-Platz, dem urbanen Zentrum der Seestadt, auf. Das flexibel teilbare Erdgeschoss an der Arkade ist außergewöhnlich attraktiv und ermöglicht durch seine großzügige Raumhöhe ebenso wie im Schaufensterhaus den Einbau von Galerien. Für das nutzungsoffene OG1 ist ein ”Overflow-Wohnmodell” angedacht: Seeblick-Wohnen für Personen, die in unerwartete Lebenssituationen geraten oder sich in Übergangsphasen befinden. Optional ist eine Verbindung zum östlich angrenzenden „Schaufensterhaus“ möglich. Im OG2 und OG3 befinden sich kompakte Wohneinheiten mit Blick auf den See und/oder den Hof. Im OG3, dem Deckrundengeschoss ergänzen 2 Nachbarschaftsräume das Angebot entlang der Deckrunde. Ein Steg schließt das Deck an das Gründach des nördlich angrenzenden Terrassenhauses an und komplettiert die Deckrunde. Über dem Deck wird unterschiedlich gewohnt – von kompakt bis großzügig, aber immer mit herrlichen Weitblicken in alle Himmelsrichtungen.
Trakttiefe: bis zu 23,5 m

HAUS AM SEE
Arkade

HAUS AM SEE
Kern als Qualität

HAUS AM SEE
Freiraum

SCHAUFENSTERHAUS
Dieses zweigeschoßige Brückenhaus liegt exponiert an der Einmündung der Barbara-Prammer-Allee in den Seeuferbereich. Es befindet sich exakt in der Sichtachse der hochfrequentierten Seearkade, die von der U-Bahn-Station direkt auf das Schaufensterhaus zuläuft. Das signifikante „Fenster zum Hof“, ein bis zu 8 m hohes, transparentes Foyer, das einen großzügigen Zugang in den Hof des Seestädters formuliert, kostet die außergewöhnliche Sichtbarkeit aus. In diesem großen Seestädter Schaufenster werden Innovationen von co-kreativen Initiativen der Seestädter Unternehmen präsentiert und vermittelt. Dank professioneller Lichtplanung unterstützt das durchdachte Beleuchtungskonzept ein breites Spektrum an Bespielungen. Das darüberliegende OG1 zeichnet sich durch großzügige Raumhöhen und Panoramafenster aus, was das Entstehen einer offenen Arbeitslandschaft mit Blick auf den See nahelegt. Gleichzeitig bietet die Hofterrasse einen hochwertigen, direkt begehbaren Aufenthaltsbereich im Freien an. Zusätzlichen Charme erhält das äußere Erscheinungsbild durch die großen Markisen, welche die Lage am Wasser mit einem mediterranen Flair atmosphärisch aufladen.
Trakttiefe: 20 m

SCHAUFENSTERHAUS

TETRISHAUS
Mit seinen 21 Metern Gebäudehöhe erhebt sich das Tetrishaus sanft über die beiden angrenzenden Brückenhäuser (Schaufensterhaus + Start-Up Brückenhaus). Die leicht tanzenden Fassadenöffnungen verweisen auf die besondere innere Raumqualität, die einem dreidimensionalen Tetris-Spiel gleicht: vertikal gestapelte, 2-geschossige Wohnhäuser mit großzügigen Hofterrassen bzw. doppelgeschossigen Loggiagärten werden übereinandergestapelt. In diesem Sinne kann das Tetrishaus auch als Pilot für das klimaneutrale Einfamilienhaus der Zukunft gesehen werden: hochkompakt, in zentraler, mit ÖPNV und Versorgungseinrichtungen bestens erschlossener Lage, und barrierefrei: ein Durchladelift bedient in jedem Halbgeschoss die sich paarweise nach oben entwickelnden Hauseinheiten. Die beiden „Häuser“ an der Deckrunde liegen ein halbes Geschoss über dem Deckrunden-Niveau, womit für eine gesunde Distanz zum Deckleben gesorgt ist. Im EG liegt eine hohe und daher „galeriefähige“ Gewerbeeinheit, die sich ebenso wie das Foyer zum Hof hin durchsteckt, um Bespielungsenergie in den Hof zu bringen.
Trakttiefe: 19 m

TETRISHAUS
Eingangsportal Straßenseite

TETRISHAUS
Mid-Door Galerie Hofseite

TETRISHAUS
Schematischer Schnitt

TETRISHAUS
Kern als Qualität

TETRISHAUS
Freiraum

START-UP-BRÜCKENHAUS
Das 3-geschossige Brückenhaus bildet ein wichtiges Bindeglied zwischen Tetrishaus und „Haus am Campus“, über dessen Kern die barrierefreie Erschließung erfolgt. Hervorzuheben ist die Attraktorfunktion der EG-Nutzungen. Mit ihrem Angebot soll die Entwicklung einer belebenden Front ermöglicht werden, die sich von der Arkade am Seeufer bis in die Barbara-Prammer-Allee hineinzieht.
Zu einer Intensivierung des urbanen Lebens tragen die kleinteiligen, durchgesteckten Einheiten mit einer aneigenbaren Vorzone bei, die ein buntes Nebeneinander unterschiedlicher Angebote erwarten lassen. Vorstellbar wäre auch das Kuratieren eines Themenschwerpunkts wie z.B. „Co-Kreative-Food“ o.ä., der sich in das benachbarte „Tetrishaus“ bzw. das „Haus am Campus“ ausbreiten könnte.
Der Niveauunterschied zum höher gelegenen Hof wird über eine leicht abgesenkte Hofarkadenzone ausgeglichen. In den beiden Obergeschossen sorgt das Schachtstützen-Prinzip für maximale Nutzungsoffenheit – die Bandbreite der Unterteilung reicht von einer großen bis zu sechs kleinen 6 Einheiten. Interne vertikale Verbindungen sind möglich und multiplizieren die Variabilität der Bespielung. Für die Erstnutzung ist im OG 1 der Schwerpunkt Arbeiten, im OG2 der Schwerpunkt Wohnen vorgesehen.
Trakttiefe: 19 m

START-UP-BRÜCKENHAUS
Mid-Door mit nutzbarem Parapet

HAUS AM CAMPUS
Am wichtigen Kreuzungspunkt der Barbara-Prammer-Allee mit der Sabine-Oberhauser-Straße setzt das 35 m hohe Haus am Campus einen markanten, weithin sichtbaren Akzent. Kontrapunktisch zur starken Sichtbarkeit aus der Ferne, die mit einem luftigen Fassadenkleid unterstrichen wird, gliedert sich der glatte, vertikal begrünte Sockel eine ruhige in den Stadtkörper ein. Charakterbildend ist Fuge zum nördlich angrenzenden Stadtteilhaus, die einen großzügigen Zugang in den Hof formuliert. In dieser Fuge befindet sich das zentrale, Entree des Hauses.
Das flexibel teilbare EG kann zukünftigen Nutzer*innen eine exponierte Ecklage am Kreuzungspunkt bieten und integriert einen Fahrradabstellraum mit Tageslicht direkt neben dem Entree des Hauses. Im OG1 und OG2 dockt das tagesbelichtete Stiegenhaus an das benachbarte „Start-Up-Brückenhaus“ an, im OG3 verbindet ein Steg den nördlichen mit dem südlichen Bereich der Deckrunde, zu dessen Belebung ein Nachbarschaftsraum mit Terrasse beiträgt.
Wohnen ist bereits ab dem OG1 möglich, wobei die exponierte Ecklage den Wohnungen einen starken Fernbezug gibt. Der Zuschnitt des Hochpunkts lässt besonders kompakte Wohneinheiten entstehen, für die das Fassadenkleid großzügige Freiräume bereitstellt.
Trakttiefe: 19 m

HAUS AM CAMPUS
Kern als Qualität

HAUS AM CAMPUS
Freiräume

STADTTEILHAUS
Das an der Ostfuge des Seestädter gelegene Stadtteilhaus setzt einen souveränen programmatischen Akzent. Seine Bewohner:innen sollen die Werte und Entwicklung der gesamten co-kreativen Nachbarschaft im Seestädter mitkuratieren und dem Haus einen besonderen Stellenwert geben. Dank seiner Konstruktion und speziellen Haustechnik zeichnet sich das Haus durch höchste innere Flexibilität aus. Eine direkte Verbindung ins tagesbelichtete UG erweitert das Bespielungsspektrum des offen angelegten, flexibel teilbaren Erdgeschosses, dessen hohe Trakttiefe (24 m) gemeinsam mit der exponierten Lage an der Ostfuge die Aneignungsspielräume maximiert und die Bedeutung des Erdgeschosses für die Belebung des Hofes unterstreicht.
Die großzügige Hofpasserelle (Westterrasse) im OG1 ist direkt mit dem an der Ostfuge liegenden Stiegenhausturm verbunden. Über diesen Turm und die Passerelle wird ein zweiter Zugang zum nördlich angrenzenden Atelierhaus, sowie eine direkte Vertikalverbindung zwischen Hof und der im OG3 gelegenen Deckrunde, die über einen Steg zum „Haus am Campus“ führt, ermöglicht. An der Deckrunde liegt der 120m2 große, tageslichtdurchflutete Nachbarschaftsraum, der mit einem WC und einer Kochgelegenheit ausgestattet ist und sich aufgrund seines Zuschnitts in unterschiedliche Teilbereiche gliedern lässt. Eine Fahrradtreppe mit Rille führt direkt zur Fahrradspange im UG. Neben vielen anderen Nutzungsoptionen ist Wohnen ab dem OG2 möglich.
Trakttiefe:18 m (ab OG 1) bis 24 m (EG)

STADTTEILHAUS
Freiraum

STADTTEILHAUS
Erschließung als Qualität

STADTTEILHAUS
Freiraum

ATELIER BRÜCKENHAUS
Schematischer Schnitt

ATELIER BRÜCKENHAUS
Das Atelier-Brückenhaus greift ein in der historischen Wohnbauentwicklung Wiens verankertes Thema auf: die Integration von Atelier- und Kulturräumen in die Wiener Wohnhöfe der 1920er Jahre hat künstlerische Arbeit als selbstverständlichen Bestandteil eines Quartiers etabliert. Mit dem Atelier-Brückenhaus macht das Seestädter die kulturell-künstlerische Komponente der Co-Kreation explizit, um spannende kulturelle Impulse für das Nachbarschaftsleben und die Seestadt zu setzen und damit einhergehend neue Formen der Verknüpfung von Wohnen und Arbeiten zu ermöglichen.
Das dreigeschoßige Haus ist das einzige Brückenhaus an der Sabine- Oberhauser-Straße. Es schiebt sich ins nördlich angrenzende „Offene Haus“ hinein und erhält mit einer Vitrine an der Nordostecke einen besonderen Auftritt im öffentlichen Raum.
Eine beeindruckende vertikale Verwebung der über das Erdgeschoss und die Hofterrasse erschlossenen Geschosse regt zu spannenden Formen dreidimensionaler Aneignung an und eröffnet einen impulsgebenden Dialog zum gegenüberliegenden Seebogenquartier an der Sabine-Oberhauser-Straße.
Der „Hof im Hof“, ein abgesenkter Patiohof, der über einer Treppe mit dem Hofniveau verbunden ist, formuliert als offen zugänglicher Arbeitsraum eine besondere Beziehung zum Hof.
Potenziell ist auch eine barrierefreie Erschließung über die beiden angrenzenden Erschließungskerne des „Offenes Hauses“ und des „Stadtteilhauses“ möglich.
Trakttiefe: 18 m

ATELIER BRÜCKENHAUS
Straßenseite - Sockeltrog mit Sitzauflager

ATELIER BRÜCKENHAUS
Hofseite - Gewerbehof mit Brücken

OFFENES HAUS
An der Nordostecke wird innere Offenheit hinter einem diskreten und zugleich robusten äußeren Erscheinungsbild gelebt. Ein als Pflanztrog fungierendes Sockelfries verläuft, über dem mit zwei großen Vitrinen ausgestatteten Erdgeschoss. Vom Fries aus wachsen mächtige Pflanzensäulen die diskret gerasterte Lochfassade hoch. Prägend ist zudem der mit einer transluzenten Schicht überspannte Terrassenhof an der Nordfassade, der eine Zäsur zum westlich angrenzenden Re-Use-Brückenhaus bildet.
Zum Hof hin prägt eine Freiraumterrassierung das Erscheinungsbild: die Hof-Passerelle im OG1, die Deckrunde im OG3, die Terrassendecks im OG4 und OG5. Die Vertikalerschließung dockt direkt an die Terrassen an und stärkt die barrierefreie Verwebung der umlaufenden Freiräume am Hof. Im Erdgeschoss befindet sich der die zentrale „Müllraum“ für den gesamten Seestädter. Als integraler Bestandteil des Wertstoffsammelzentrums wird er zum Ort der im Seestädter gelebten Kreislaufwirtschaft.
Im mit großzügigen Terrassen ausgestattet OG1 und OG2 können Sonderwohnformen für gemeinschaftliches Wohnen – Kinderbetreuung, Seniorinnenwohnen, 50+WG – Platz finden. Synergien mit einer möglichen Betreiber*in des Re-Use-Brückenhauses sind anzudenken.
Ab dem OG3 – dem Deckrundengeschoss – stehen offene „Hochplateaus“ für Lebensformen zur Verfügung, deren Bedürfnisse vom klassischen „Zimmerwohnen“ nicht abgedeckt werden (z.B. Alleinerziehende, Singles bzw. Paare mit breiterem Tätigkeitsspektrum, ...). Diese Wohnlandschaften verfügen über großzügige Westterrassendecks mit attraktiven, kommunikationsfördernden Entreebereichen.
Trakttiefe: 18 bis 20 m (Sockel), 11 m (Punkt, ab OG3)

OFFENES HAUS
Ansicht - Straßenseite

OFFENES HAUS
Schaufenster und Schwarzes Brett

OFFENES HAUS
Freiräume

RE-USE BRÜCKENHAUS
Das dreigeschoßige Re-Use Brückenhaus ist durch seine Lage an der Ilse-Buck-Straße der ideale Ort für die Entwicklung des Seestädter-Wertstoff-Sammelzentrums, das auch die zentrale Posteinlaufstelle für das Seestädter im EG am Durchgang zum Hof integriert. Als Feinverteilungszentrum bildet das Haus eine mikrologistische Schnittstelle, vernetzt mit dem Gewerbehof der Seestadt.
Im Sinne der ressourcenbewussten Alltagspraxis im Seestädter soll zudem eine kreislauffähige Alternative zum derzeitigen Entsorgungssystem entstehen: Abfall wird zum Wertstoff innerhalb einer zirkulären Wertschöpfungskette. Die hohe Ambition soll sich auch im äußeren Erscheinungsbild über eine aus Re-Use-Elementen bestehende Fassade zeigen, die sich mit den benachbarten Häusern stark verzahnt und den hohe Vernetzungsgrad des Hauses sichtbar macht.
Lastenaufzüge verbinden das EG mit dem UG und dem OG1, in dem sich die Re-Use Aktivitäten bis ins angrenzende „Spitzhaus“ ausbreiten können. Durch die direkte Verbindung des UGs mit der Halle des Terrassenhauses ist auch die Halle an die Lastenlifte angeschlossen. Ein Betreibermodell zur Koordination des gesamten Re-Use-Angebots soll weiterhin verfolgt werden.
Im OG2 wird durchgestecktes Wohnen angeboten, das über die großzügige Hof-Passerelle in Südlage erschlossen wird. Die kompakten Einheiten können im Sinne des „Unterstützungswohnens“ zusammengeschalten werden, um nachbarschaftliche Synergien zu leben (z.B. Alleinerziehende, Senior*innen, alternative Familienmodelle etc.).
Die EG-Zone weist eine Mindestraumhöhe von 4,1 m auf.
Trakttiefe: 15 m

SPITZHAUS
Das Spitzhaus an der Nordwestecke fungiert als Gelenk zwischen dem Re-Use-Brückenhaus und dem Terrassenhaus. Seine Sockelgeschosse, insbesondere sein Erdgeschoss und sein Untergeschoss, stehen im engen Dialog mit dem Wertstoffzentrum des Re-Use-Brückenhauses, was eine übergeordnete Entreefunktion nahelegt. Auszuloten sind Synergien in Hinblick auf vertikale Erschließung (Lastenlift), die besondere Foyerfunktion (Qualität, Identität, erhöhte Zugänglichkeit und Durchlässigkeit), sowie die lagespezifischen Anbindungsthemen an die Seestadt (mikrologistische Schnittstellen, Paketdienste, Vernetzung mit Gewerbehof, etc.). Die vom Terrassenhaus kommende Hof-Passerelle, die zum Re-Use-Brückenhaus weitergeführt wird, erhöht die gewünschte Zugänglichkeit und Durchlässigkeit in den oberen Sockelgeschossen und bildet einen Bypass zum Sockeldach. Die oberen Geschosse am bzw. über dem Deck könnten durch mehrgeschossige Grundrisse in Kombination mit einem Angebot zum Selbstausbau eine besondere Marktnische ansprechen (verschachteltes Tetris-Wohnen, Ateliers, Wohnen/Arbeiten, ...).
Trakttiefe: 20 m

SPITZHAUS
Kern als Qualität

SPITZHAUS
Freiraum

TERRASSENHAUS
Das Terrassenhaus bildet den charakteristischen Westflügel, der sich zum Hof hin großzügig öffnet und terrassenförmig abstaffelt. Einen charmanten Kontrapunkt zu diesen Hofterrassen formulieren die kleinen Einzelbalkone mit Seeblick an der Seegasse. Tangential zur Seegasse führt eine im Freien liegende lastenradtaugliche Fahrradrampe direkt ins Untergeschoss, wo sich weitere Flächen des unter dem Spitz- und Re-Use Haus verorteten Mobilitätszentrums (Lastenrad-Flotte) befinden. Hinter der Rampe offenbart sich das großzügige Schaufenster der ca. 8 Meter hohen Halle, dem „Co- Creation-Tanzboden“, der unter dem Straßenniveau liegt und unterschiedlichsten Formen der Bespielung Raum geben soll (z.B. emissionsarme Produktion, Assembling, Innovations- und Experimentierlabors, co-kreative Test- und Spielfelder).
Vom Hof aus direkt zugänglich ist das transparente 4,50 m hohe Galeriegeschoss, das eine wichtige Rolle für die Belebung des Hofes spielt und ca. 3,50 m über dem Tanzboden liegt. Variable horizontale Raumteilungen in Kombination mit unterschiedlichen vertikalen Koppelungen zwischen Galerie- und Tanzbodenebene ermöglichen eine maximale Offenheit der Bespielung. Wohnen bzw. Wohnnebenraumnutzungen sind hier ausgeschlossen.
Im OG1, über der Halle, liegen Terrassen-Ateliers mit großzügigen Raumhöhen und Seeblick-Balkonen. Sie werden über die „Hof-Passerelle“ erschlossen. Im OG2 wird durchgestecktes, kompaktes Terrassen-Wohnen, angeboten, das ebenso über die Hof-Passerelle erschlossen und mit Seeblickbalkonen ausgestattet ist. Über interne Treppen können diese Einheiten mit den darunter liegenden Ateliers zusammengeschaltet werden, womit Betriebsinhaber:innen, Freischaffenden und Künstler:innen, die Arbeiten und Wohnen kombinieren möchten, ein besonders attraktives Modell angeboten werden kann (Wohnen mit Gewerbeschein”).
Die tragenden Scheiben bewerkstelligen ein stützenfreies Überspannen der darunterliegenden Halle, Sollbruchstellen ermöglichen ein Zusammenlegen einzelner Einheiten. Das Dach ist als intensives Super-Gründach ausgebildet und integriert u. a. Funktionen des Jugendspielplatzes.
Trakttiefe: 16 bis 21,5 m

TERRASSENHAUS
Freiraum Hof

TERRASSENHAUS
Freiraum Hofseite

TERRASSENHAUS
Freiraum Straßenseite