Welche Formulierung findet die Wohnbau-Programmatik des Architekten Harry Glück in einer Quartiersneugründung am Beginn des 21. Jahrhunderts?

Das neue Wohnquartier auf dem Areal der ehemaligen Coca-Cola-Gründe basiert auf dem Konzept der Biotope-City, das eine starke Integration von Bebauung und Grünraum vorsieht. Die Typologien stuft sich dabei von großmaßstäblichem Geschoßwohnbau ab zu kleineren und niedrigeren Punktgebäuden, die zum Bestand der Einfamilienhäuser hin vermitteln. Das Projekt bearbeitet die zwei letzten Punktgebäude, die trotz ihrer Verschiedenheit ein Paar bilden und den Hauptzugang von Norden her rahmen.


Die zwei Baukörper bilden ein ungleiches Paar am Ende der großen städtebaulichen Entwicklung des Coca-Cola-Areals. Sie rahmen das geheime Entrée von der Stadt her und sollen einen Übergang in Höhe und Maßstab zu den kleinen Einfamilienhäusern im Norden schaffen. In zahlreichen Modellstudien beginnen die zwei Gebäude, sich als Ensemble zu charakterisieren: Statt Dachgeschoße zu staffeln, wird großzügig gestuft, die unterschiedlichen Gebäudehöhen werden in einen Dialog der Rücksprünge verwickelt. Die beiden Häuser sind gleich und ungleich zugleich.


Ringstruktur

Die Wohnungen entwickeln sich in parallelen Schichten rund um das polygonale Stiegenhaus.

Balkonologie

Mögliche Formen und Anordnungen von Pflanztrögen zur Fassadenbegrünung.

DIE GRÜNE FASSADE

Das Grundprinzip des Biotope City-Konzeptes besteht in einer enger Vernetzung des Zusammenlebens zwischen Mensch, Flora und Fauna. Innerhalb der privaten Freiräume wird die Möglichkeit geschaffen, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner ihren Lebensraum selbst grün gestalten können. Vertikale Begrünung, extensive und teilintensive Dachbegrünungen mit geringer Pflegeintensität tragen nicht nur zu einer reichhaltigen Struktur der Grünräume bei, sie nehmen das anfallende Regenwasser auf und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Regenwassernutzung und Entlastung der öffentlichen Infrastruktureinrichtungen.

BAUPLATZ 9

Anzahl Wohnungen | 26
Anzahl Stiegenhäuser | 2
Wohnnutzfläche | 2000 m²
Dachterrasse | Außenraum, Terrassen, Grün, Micro Gardening
Fassade | Micro Gardening, Filter, Grüne Fassade

BAUPLATZ 13

Anzahl Wohnungen | 18
Anzahl Stiegenhäuser | 1
Wohnnutzfläche | 1300 m²
Dachterrasse | Außenraum, Terrassen, Grün, Micro Gardening
Fassade | Micro Gardening, Filter, Grüne Fassade

Erdgeschoss

Eingangsbereiche und Gemeinschaftsräume orientieren sich zur zentralen Wegachse.

Regelgeschoss

Die Wohnungen bilden einen weitgehend parallelen Ring rund um das polygonale Stiegenhaus. Die Balkone kragen weit aus und werden zu kleinen Gärten mit Beet und Pergola.

von Süden

Die beiden Häuser bilden ein ungleiches Paar und kommunizieren über die Abstufungen miteinander.




Lage: Wien 1100, Österreich Projektformat: Direktauftrag, Bauplatz 5 , ´´Biotope - city´´ auf dem Areal der ehemaligen Coca-Cola-Gründe, Wien Projektstatus: in Umsetzung Grösse: 3.300 m2 BGF: > 4.646 m2 Planungszeitraum: 2015–2018 Auftraggeber: Wien Süd eingtr.Gen.m.b.H. Partner/innen: puk architekten ZT GmbH (Ausführungsplanung) Fachplanner/innen: Mischek ZT (Tragwerksplanung, Bauphysik, Haustechnik), KnollConsult (Landschaftsplanung) Mitarbeiter/innen: Bernhard Luthringshausen, Stephan Kehrer, Tim Danner, Martin Wild, Neda Afazel, Katrin Künzler, Andrei Olaru, Paula Fernández San Marcos