Ist es verwerflich, sich zu Hause jeden Tag aufs Neue so zu fühlen, als stünde das Segel Setzen unmittelbar bevor?

Das Haus für eine Internetprogrammierin sollte einen großzügigen Arbeits- und Wohnraum mit maximalen Weitblick bieten. Die direkte Lage an der Donau war Ausgangspunkt des Entwurfs: die Form des Hauses entwickelt sich aus der Spannung zwischen Flusspanorama und Hochwassergefahr.


Entscheidend waren die beiden Gegenpole Hochwasser und Ausblick auf die Donau. Das Projekt sieht eine Anhebung der Wohnfunktionen um ein Geschoss nach oben vor. Folglich rückt der Keller mit den Nebenräumen ins hochwassergefährdete Erdgeschoss und die Aufenthaltsräume ins sichere Obergeschoss. Aufwändige und kostspielige Maßnahme zur Errichtung eines Untergeschosses können entfallen. Die Wohnebene schwebt drei Meter über dem Straßenniveau, von wo sich der freie Blick auf Donau und Auwald öffnet.

MODELLFOTO

HUNDERTJÄHRIGES HOCHWASSER

Bereits während des Entwurfes, im Juni 2013, demonstrierte die Donau wie wenig berechenbar das Hochwasser ist. Das Grundstück stand zu diesem Zeitpunkt einen halben Meter unter Wasser und wurde Teil der Donau.

Wohnraum und Atelier schweben über Terrain im Obergeschoss, untergeordnete Funktionen sind kompakt im Erdgeschoss untergebracht. Der überdachte Bereich im Erdgeschoß wird zum Plusraum, der angeeignet werden kann.

GARTENMAUER

als Sicht- und Hochwasserschutz

FREIRAUMKONZEPT

Das Erdgeschoss und die beiden Gärten: Verknüpfung der Gärten über das freigespieltes Erdgeschoss.

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss Obergeschoss

ANSICHT

Das horizontale Fensterband schafft von nahezu jeder Position Blickbezüge zur umgebenden Landschaft.

RAUMFLUSS

Der offene Grundriss ermöglicht eine fließende Bewegung zwischen Haus und Garten.

KÖRPER

Studien zur Proportion und zum Volumen des Baukörpers

MAUERBÄNDER

Drei horizontale Bänder struktuieren den Baukörper. Die nach Süden orientierte Terrasse ermöglicht Ausblicke zur Donau und zum Auwald. Die Gartenmauer bietet Privatsphäre gegenüber den Passanten auf der Straße und dem Verkehr




Lage: Tuttendörfl, Niederösterreich Projektformat: Einfamilienhaus, Direktauftrag Projektstatus: abgebrochen Grösse: 400 m2 BGF: > 230 m2 Planungszeitraum: 2013–2014 Projektdauer: 12 Monate Auftraggeber: privat Fachplanner/innen: Peter Bauer / werkraum wien (Statik), Jochen Käferhaus (Bauphysik, Haustechnik), Heimo Math (Kostenermittlung) Mitarbeiter/innen: Tim Danner, Desislava Petkova, Lukas Brotzge, Julián Adrian Ruera